15 Jahre Pedibus Wattens

Ein Erfolgsmodell für sichere Schulwege feierte sein 15-jähriges Bestehen.
Kinder und Erwachsene, Teils mit Signalwesten, gehen am Gehsteig

Wattens: Seit 15 Jahren mit dem Pedibus zu Fuß zur Volksschule

Seit seiner Einführung im Jahr 2012 begleiten Ehrenamtliche im Rahmen des Projekts Kinder in den ersten Schulwochen auf ihrem Weg zur Schule. Das Projekt hat sich in einigen Tiroler Gemeinden bereits zum fixen Bestandteil des jährlichen Schulstarts entwickelt – heuer gibt es rund 30 Pedibusse in Tirol. Klimabündnis Tirol und Land Tirol unterstützen mit einem Beratungs- und Projektbegleitungspaket bei Gründung und Durchführung eines Pedibus.
Kinder und Erwachsene, teils mit Signalwesten, stehen an einem Pedibus-Stop
Landesrat René Zumtobel und Projektleiter Stefan Speiser mit den Begleitpersonen und Kindern abfahrbereit an der Haltestelle

Eine Bereicherung für Alle

Mittwoch, 23. September um 7.15 an der Haltestelle 5 „Lange Gasse“ der Pedibus-Linie 1 in Wattens: In der Mitte der zweiten Schulwoche ist schon etwas Routine eingekehrt in die Schulweggemeinschaft. Ein kurzer Halt und die Tafelklässler:innen und ihre Begleiter:innen haben die Kinder eingesammelt, die schon mit ihren Eltern auf die Schulweggruppe gewartet haben. Ebenso mit dabei: Mobilitätslandesrat René Zumtobel, Bürgermeister Lukas Schmied und Vizebürgermeisterin Sonja Fender sowie Projektleiter Stefan Speiser von Klimabündnis Tirol. Sie begleiten die Geh-Gemeinschaft anlässlich des Jubiläums.

Fröhlich plaudernd setzt sich der Zug weiter in Bewegung. Das Fahrtziel Volksschule Kirchplatz wird pünktlich erreicht.

Der Pedibus in der Marktgemeinde Wattens feiert heuer sein 15-jähriges Jubiläum. Seit seiner Einführung im Jahr 2012 begleitet das Projekt Schüler:innen auf ihrem Weg zur Schule. Kinder können sich an 11 Haltestellen und 4 Linien den Gehgemeinschaften anschließen und gemeinsam den Schulweg trainieren. Derzeit beteiligen sich 19 ehrenamtliche Begleitpersonen am Projekt. Besonderer Dank gebührt einigen davon, die schon von Anfang an dabei sind. Vizebürgermeisterin Sonja Fender ist selbst auch als Begleitperson unterwegs. Sie freut sich besonders über die wachsende Beteiligung in den letzten Jahren in Wattens. Das Pedibus-Projekt sei sowohl für die Kinder, als auch für die begleitenden Erwachsenen eine Bereicherung.

Schulkind zeigt Mann mit Rettungsweste Fahrkarte
Eine Busfahrt erfordert auch ein gültiges Ticket.

Schulweg zu Fuß hat viele Vorteile

An der Schule angekommen betont Landesrat René Zumtobel:

Der tägliche Schulweg zu Fuß ist heute leider nicht mehr selbstverständlich. Dabei hat er viele Vorteile: Die Kinder kommen viel konzentrierter in der Schule an, stärken ihr Immunsystem und ihre Fitness, sie vertiefen Freundschaften und nehmen ihre Umgebung bewusster war. Gleichzeitig gewinnen die Kinder dadurch mehr Selbstständigkeit und lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Außerdem trägt das Projekt dazu bei, die „Elterntaxis“ vor den Schulen zu reduzieren.

Auch Wattens Bürgermeister Lukas Schmied begrüßt alle eintreffenden Pedibusse vor der Volksschule und nutzt die Gelegenheit, sich bei den ehrenamtlichen Begleitpersonen und auch bei den mitgehenden Kindern persönlich zu bedanken:

Den täglichen Schulweg gemeinsam zu Fuß zu meistern gehört zum Aufwachsen einfach dazu. Der Pedibus nimmt die Kinder sprichwörtlich an der Hand und befähigt sie, ein weiteres Stück Selbständigkeit zu gewinnen. Herzlichen Dank an unsere ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter, die den Pedibus in Wattens seit 15 Jahren ermöglichen!

Kinder und Erwachsene stehen vor einem Schulgebäude
Gruppenfotos des Pedibus vor der Volksschule Wattens am Kirchplatz

Schulwegsicherheit und Verkehrsentlastung

Die bunten Pedibus-Haltestellentafeln sind mittlerweile in rund 30 Tiroler Gemeinden zu sehen. Das Projekt hat sich in einigen Tiroler Gemeinden bereits zum fixen Bestandteil des jährlichen Schulstarts entwickelt. Aber auch abseits der Pedibus-Linien unterstützen viele ehrenamtliche Schulwegpolizist:innen und Schülerlots:innen die Exekutive bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe – etwa durch die Sicherung von Schutzwegen – und erhalten hierfür eine polizeiliche Einschulung.

Unterstützung durch Klimabündnis Tirol

„Einen Pedibus ins Leben zu rufen, muss gerade im ersten Jahr gut geplant werden“, stellt Stefan Speiser, Projektleiter bei Klimabündnis Tirol fest. „In Wattens gibt es ein gut eingespieltes Team, das den Pedibus bestens koordiniert und auf viel Erfahrungen zurückgreifen kann. Diese Vorrausetzungen sind nicht überall vorhanden. Für Schulen, Gemeinden aber auch z.B. Elternvereine, die gerne einen Pedibus einführen möchten, stellen Klimabündnis Tirol und Land Tirol deshalb ein Beratungs- und Projektbegleitungspaket zur Verfügung. Durch den Austausch der Koordinator:innen mit dem Klimabündnis können auch die künftigen Pedibus-Organisator:innen von den Erfahrungen aus anderen Gemeinden profitieren. Interessierte melden sich am besten im Frühjahr für das nächste Schuljahr, um genügend Zeit für die Organisation zu haben.